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Die Historie

Der Sekt, der
Sekt den
Namen gab

Die wechselvolle Geschichte des Platzes

Bereits um 1700 machte sich Friedrich der I. – der späterer König von Preußen – Gedanken über die Gestaltung des Gendarmenmarktes. Sein Konzept der großzügigen, weitläufigen Bebauung hat bis heute Bestand, auch wenn es im Laufe der Jahrhunderte natürlich immer wieder Veränderungen gab.

So hieß der Gendarmenmarkt zum Beispiel von 1950 bis zur Wende „Platz der Akademie“.

Gendarmenmarkt Panorama

Der Beginn einer neuen Kultur

Am Gendarmenmarkt begann 1811 auch die Geschichte der Weinstube Lutter & Wegner. Hier wurde neben erlesenen Weinen nämlich auch schon eine aufregende Neuheit ausgeschenkt: Champagner, auch Vin Mousseux genannt.

Kein Wunder also, dass der ehemalige „Geheimtipp“ innerhalb kürzester Zeit zum beliebten Treffpunkt avancierte. An diesem Ort gaben sich Gourmets und Gourmands, Künstler und Literaten ein Stelldichein. Chamisso, Eichendorff und der junge Heine ließen sich hier durch den Vin Mousseux in Stimmung bringen. Perfekt zum Dichten und Diskutieren. Ebenso Carl Maria von Weber und Richard Wagner, die es liebten in der Weinstube Lutter & Wegner zu komponieren.

Treffpunkt der Hautevolee

Sowohl im Restaurant im Erdgeschoss als auch in den Kellergewölben der Probierstube konnte man zu jeder Zeit fröhliche und – nicht weniger reizvoll – berühmte Stammgäste antreffen, wie zum Beispiel den fantastischen Erzähler E.T.A. Hoffmann, der um die Ecke wohnte und die malerischen Gewölbe des Hauses in den Kulissen von Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ verewigte.

Der Sekt, der Sekt den Namen gab

Der Sekt, der Sekt den Namen gab

Und genau hier gab 1825 der Hofschauspieler Ludwig Devrient dem Sekt seinen Namen. Devrient, der damals in Shakespeares „Heinrich IV“ auf der Bühne stand, stürzte nach der Vorstellung – wie üblich – in die Weinstube und rief, noch ganz in seiner Rolle als Fallstaff: „Bring er mir Sect, Schurke!“.
Ein Übersetzungsfehler, denn bei Shakespeare hieß es eigentlich Sack – „Saek“ ausgesprochen –, doch der Kellner, keinesfalls ein Schurke, kannte seinen skurrilen Stammgast und dessen Vorliebe für moussierenden Wein. Er servierte ungerührt das Übliche, Vin Mousseux. So kam bei Lutter & Wegner in Berlin der Name Sekt „zur Welt“.

Hoflieferant des preußischen Adels

Auch Royals und Reichskanzler wussten zu schätzen, was Berlins berühmtester Weinkeller zu bieten hat: 1851 wurde Lutter & Wegner preußischer Hoflieferant, und Bismarck war ein oft gesehener Kunde.